Einstieg
24 Ständer – und was wurde gelernt?
Sechs Stunden Technik in Klasse 7: Alle bekommen dieselbe Bauzeichnung für einen Handyständer aus Kiefer. Es wird gesägt, gefeilt, geschliffen. Am Ende stehen 24 fast gleiche Ständer auf dem Tisch.
Die Mentorin fragt die Klasse: „Warum kippt euer Ständer nicht um?“ – Schweigen.
Was hat der Planung gefehlt?
Die Klasse war beschäftigt, aber nicht mit dem Technischen. Sägen und Schleifen sieht man (Sichtstruktur). Ob jemand über Standsicherheit nachdenkt, liegt in der Tiefenstruktur – und die muss geplant werden.
Wie plant man so, dass aus Tun Verstehen wird?
Überblick · 3 Zonen, 13 Felder
Der Weg vom Thema zum Entwurf
Auftrag: Tippt die Felder an. Wo würdet ihr anfangen – und wohin müsst ihr später noch einmal zurück?
A · Fachlich klären
B · Didaktisch planen
C · Konkretisieren
Fachlich klären → didaktisch planen → konkretisieren und diskutieren.
Gelesen wird die Karte von A nach C. Geplant wird in Schleifen:
- Die Lerngruppe (5) zwingt zu neuer Reduktion (4).
- Das Verfahren (9) schärft das Thema (11).
- Das Feedback im Rundgang (13) führt zurück in den Entwurf (12).
1 · Fachthema
Worum geht es fachlich? Funktion, Wirkprinzip, Aufbau.
2 · KC-Einordnung
Wo steht das Thema im Kerncurriculum und im schuleigenen Arbeitsplan? Welche Kompetenzbereiche?
3 · Fachliche Mindmap
Welches technische Wissen steckt im Thema? Habt ihr das Werkstück selbst gebaut (Probebau)?
4 · Fachdidaktische Reduktion
Was auswählen, was vereinfachen, was bleibt fachlich unverzichtbar? Welches Modell?
5 · Lerngruppe
Vorwissen, Präkonzepte, Werkstatterfahrung, Sicherheitseinweisung, Interessen, besondere Bedarfe, Raum.
6 · Einheit, mehrperspektivisch
Welche Perspektiven deckt die Einheit ab? Wie heißt ihre Leitfrage?
7 · Sequenz
Welche Stunde der Sequenz wird zum Entwurf – und was kommt davor und danach?
8 · Kompetenzorientierung
Wie läuft der Lernprozess? Welches Lernprodukt ist das Herzstück?
9 · Fachspezifisches Verfahren
Welches Verfahren passt? Braucht es einen Anforderungskatalog, also Kriterien?
10 · Material und Werkstatt
Welche Aufgaben und gestuften Hilfen? Was ist in der Werkstatt sicher?
11 · Thema und didaktisches Zentrum
Wie heißt das Thema als Frage? Was soll die Klasse am Ende erkannt haben?
12 · Unterrichtsentwurf
Wie verläuft die Stunde – sichtbar und in der Tiefe?
13 · Museumsrundgang
Trägt der Entwurf? Vorstellung mit Originalmaterial und Werkstück, dann Feedback.
Zone A · Feld 1 · Fachthema
Erst selbst verstehen
- Funktion
- Hält das Smartphone schräg, sodass man es lesen und bedienen kann – auch beim Tippen und mit Ladekabel.
- Wirkprinzip
- Standsicherheit (er kippt nicht) und Haftreibung (er rutscht nicht).
- Aufbau
- Grundplatte, Lehne, Auflage, Kabeldurchführung.
Probebau: Baut das Werkstück selbst, bevor ihr die Stunde plant. Nur so kennt ihr Zeitbedarf, Stolperstellen und Engpässe an Werkzeug und Maschinen.
✎ Zettel und Stift · jede und jeder für sich4 Minuten
Skizziert den Ständer mit Smartphone von der Seite. Markiert ungefähr den gemeinsamen Schwerpunkt und die Kanten, über die er kippen kann. In welche Richtung kippt er beim Tippen eher – und was hilft dagegen?
Für Schnelle: Nennt zwei Stellen, an denen eine siebte Klasse beim Fertigen voraussichtlich Probleme bekommt.
Der Finger drückt das Display nach hinten: Der Ständer kippt eher über die hintere Kante. Er bleibt stehen, solange das Lot durch den Schwerpunkt innerhalb der Standfläche bleibt.
Abhilfe: Standfläche nach hinten verlängern, Lehne steiler, Grundplatte schwerer.
Für Schnelle (Beispiele): der schräge Schnitt für die Lehne, die Nut oder Auflage für das Gerät.
Zone A · Feld 2 · Curriculare Einordnung
Wo steht das Thema im Kerncurriculum?
Auftrag: Ordnet den Handyständer ein. Welcher Handlungsbereich, welches Themenfeld?
HB 1, Themenfeld „Planen, Konstruieren und Herstellen“. Wann es dran ist, regelt der schuleigene Arbeitsplan.
Drei Kompetenzbereiche – am Ständer
- Fachwissen
- erklären, wann ein Ständer kippt
- Erkenntnisgewinnung
- Modelle systematisch auf Kippen testen
- Beurteilung/ Bewertung
- Lösungen an vereinbarten Kriterien beurteilen
Fachwissen ist inhaltsbezogen, die beiden anderen sind prozessbezogen.
Kerncurriculum für die Oberschule, Technik (Niedersachsen 2012), konzipiert für die Schuljahrgänge 7–10. Stand der Angabe: Oktober 2026.
Zone A · Feld 3 · Fachliche Mindmap
Welches Wissen steckt im Ständer?
Auftrag: Ordnet jede Aussage einer Wissensart zu. Erst entscheiden, dann tippen.
Mit der Feinsäge entlang des Risses sägen, ohne dass der Schnitt verläuft.
In Hartholz vor dem Schrauben vorbohren, sonst reißt es.
Ein Körper kippt, sobald das Lot durch seinen Schwerpunkt außerhalb der Standfläche liegt.
Ständer, Smartphone, Ladekabel, Schreibtisch und die tippende Hand wirken zusammen.
Die Lernlandkarte fasst Ropohls fünf Wissenstypen zu vier zusammen: funktionale und strukturale Regeln werden zu „Regelwissen“.
Planungsfrage: Welche Wissensart soll in eurer Stunde wachsen? Wird nur gesägt, wächst vor allem Können – das kann gewollt sein, sollte aber entschieden sein.
Ropohl 1997, Knowledge Types in Technology
Zone A · Feld 4 · Fachdidaktische Reduktion
Vereinfachen, ohne falsch zu werden
Auftrag: Drei Vereinfachungen für Klasse 7. Welche ist fachlich nicht haltbar?
Auch ein schwerer Schrank kippt, wenn sein Schwerpunkt über die Kante wandert. Mehr Gewicht macht den Ständer nur widerstandsfähiger gegen Antippen.
Fachlich unverzichtbar: Kippen hängt von der Lage des Schwerpunkts zur Kippkante ab.
Exemplarisch: Am Ständer lernt die Klasse ein Prinzip, das auch für Leiter, Regal und Kran gilt (Klafki: exemplarische Bedeutung).
Welches Modell?
- Funktionsmodell
- zeigt, wie etwas wirkt: Pappständer mit verstellbarer Lehne
- Anschauungsmodell
- zeigt Aufbau und Gestalt: Explosionszeichnung, Schnittmodell
- Prototyp
- erstes funktionsfähiges Stück zum Testen: euer Probebau
Zone B · Feld 5 · Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
Was bringt die Klasse mit?
Auftrag: Hakt ab, was ihr über eure Lerngruppe sicher wisst. Was offen bleibt, wird erhoben, nicht vermutet.
Präkonzepte erheben: Vorab-Skizze „Zeichne einen Ständer, der beim Tippen nicht kippt, und begründe in einem Satz.“ Mögliche Antworten:
Trifft einen Teil: Gewicht hilft gegen Antippen. Übersieht den Schwerpunkt.
Verwechselt Festigkeit (bricht nicht) mit Standsicherheit (kippt nicht).
Gestaltung ist ein Kriterium – aber nicht das einzige.
Zone B · Feld 6 · Mehrperspektivischer Ansatz
Eine Einheit, vier Perspektiven
Auftrag: Zu welcher Perspektive gehört jede Aktivität? Tippt die Perspektive an.
Einen Ständer nach eigener Anforderungsliste konstruieren und herstellen
An Pappmodellen untersuchen, wann ein Ständer kippt
Wer stellt Möbel und Halterungen beruflich her? Tischlerin, Holzmechaniker
Holz, Kunststoff oder 3D-Druck? Folgen und Alternativen abwägen
Leitfrage: Wie baut man einen Ständer, der beim Tippen nicht kippt?
Vier Zielperspektiven des mehrperspektivischen Technikunterrichts nach Sachs 2001
Zone B · Feld 7 · Unterrichtssequenz
Welche Stunde wird zum Entwurf?
Auftrag: Wählt eine Stunde. Was muss vorher passiert sein, was kommt danach – und taugt sie für den Entwurf?
Eine Entwurfsstunde ist kein Einzelstück: Sie baut auf der vorigen Stunde auf und bereitet die nächste vor. Gut planbar sind Stunden, in denen die Klasse etwas Technisches erkennt oder entscheidet.
- Verfahren
- Technisches Experiment mit Pappmodellen
- Vorher
- Einstieg in die Einheit, Leitfrage steht
- Danach
- Aus dem Kipp-Prinzip werden Kriterien (Stunde 2)
- Für den Entwurf
- gut geeignet: klare Erkenntnis, gut beobachtbar
- Verfahren
- Konstruktionsaufgabe, Phase „Anforderungen festlegen“
- Vorher
- Kipp-Prinzip ist bekannt (Stunde 1)
- Danach
- Entwürfe werden an der Anforderungsliste geprüft
- Für den Entwurf
- gut geeignet: Kriterien aushandeln, gewichten, prüfbar machen
- Verfahren
- Konstruktionsaufgabe: Skizzen und Funktionsmodelle
- Vorher
- Anforderungsliste steht
- Danach
- Der beste Entwurf jeder Gruppe wird gefertigt
- Für den Entwurf
- geeignet, wenn die Prüfung der Entwürfe an den Kriterien eingeplant ist
- Verfahren
- Herstellungsaufgabe: Arbeitsplan, Fertigung
- Vorher
- Entwürfe stehen, Maschineneinweisung ist erfolgt
- Danach
- Test an den Kriterien
- Für den Entwurf
- anspruchsvoll: viel Sichtstruktur, das Erkenntnisziel muss eigens geplant werden
- Verfahren
- Prüfen an der Anforderungsliste, Technische Bewertung
- Vorher
- Ständer sind fertig
- Danach
- Transfer, Abschluss der Einheit
- Für den Entwurf
- gut geeignet: Kriterien schließen den Kreis
Zone B · Feld 8 · Kompetenzorientierung
Den Lernprozess planen: sechs Schritte
Auftrag: Tippt die Schritte an. Wo entsteht in Stunde 1 das Lernprodukt?
Das Modell ordnet den Lernprozess, nicht die Sozialformen. Schritt 3 heißt bei Leisen ausführlich: Lernprodukt erstellen, Lernmaterial bearbeiten und Informationen auswerten.
Stunde 1: Ein Ständer kippt beim Tippen um, ein anderer nicht. Warum?
Stunde 1: Vermutungen notieren: Gewicht? Winkel der Lehne? Größe der Grundplatte?
Stunde 1: Pappmodelle mit verstellbarer Lehne testen. Lernprodukt: Skizze mit Schwerpunkt, Lot und Kippkante, dazu eine kleine Messtabelle.
Stunde 1: Skizzen vergleichen: Welche Erklärung passt zu allen Messungen?
Stunde 1: Gemeinsam festhalten: Kippen hängt von Schwerpunkt und Kippkante ab.
Stunde 1: Warum hat ein Kran ein Gegengewicht? Warum steht eine Leiter breit?
Herzstück 3 + 4: Welches Lernprodukt entsteht?
Inhalt×Handeln×Anforderungssituation×Lernprodukt
Es knüpft an das Vorwissen an und trägt Diskussion und Transfer.
Leisen 2010, Lernprozesse mithilfe von Lernaufgaben strukturieren
Zone B · Feld 9 · Fachspezifisches Verfahren
Welches Verfahren passt?
Auftrag: Wählt ein Verfahren. Achtet auf die Zeile „Kriterien“: Woran wird das Ergebnis gemessen?
Die ersten sechs Verfahren beschreibt das KC Technik (2012, S. 9 f.), Lehrgang und Projekt ergänzt die Lernlandkarte. Jedes Verfahren bringt eigene Kriterien mit – die Frage „Anforderungskatalog nötig?“ gehört deshalb zur Wahl des Verfahrens.
- Kurz
- Die Klasse erfindet und entwirft selbst eine Lösung für ein technisches Problem, mit hoher Selbstständigkeit.
- Ablauf
- Problem klären → Anforderungen festlegen → entwerfen (Skizze, Modell, CAD) → bauen → testen → bewerten
- Kriterien
- werden gemeinsam zu Beginn aufgestellt; das Ergebnis wird daran bewertet (KC S. 9). Anforderungskatalog: ja.
- Ständer
- Stunden 2 und 3
- Kurz
- Ein Produkt wird nach vorgegebenem Entwurf gefertigt.
- Ablauf
- planen → organisieren → durchführen → abschließend bewerten
- Kriterien
- Qualitätsmerkmale der Fertigung, vorher bekannt: Maßhaltigkeit, saubere Kanten und Oberflächen, Funktion.
- Ständer
- Stunde 4. Der Einstiegsfall war eine Herstellungsaufgabe ohne Erkenntnisziel.
- Kurz
- Eine technische Frage wird empirisch geklärt.
- Ablauf
- Frage → Vermutung → Versuch planen → unter gleichen Bedingungen durchführen → beobachten und messen → Ergebnis beschreiben
- Kriterien
- klare Messgröße und fairer Vergleich: nur eine Größe ändern (z. B. Lehnenwinkel), alles andere gleich lassen.
- Ständer
- Stunde 1
- Kurz
- Ein vorhandener Gegenstand wird systematisch untersucht: Teile, Wirkungsweise, Funktion im größeren System.
- Kriterien
- Leitfragen der Analyse festlegen: Aufbau, Wirkungsweise, Werkstoffe, Funktion im System.
- Ständer
- Gekaufte Ständer untersuchen: Wie lösen sie das Kippproblem?
- Kurz
- Planvolle Untersuchung an einem außerschulischen Lernort.
- Ablauf
- beobachten → beschreiben → zuordnen → auswerten → reflektieren
- Kriterien
- Beobachtungsaufträge vorher festlegen.
- Ständer
- Erkundung einer Tischlerei: Wie wird dort in Serie gefertigt?
- Kurz
- Technische Sachverhalte und ihre Folgen werden beurteilt.
- Kriterien
- ethisch, gesellschaftlich, ökologisch, naturwissenschaftlich; sie können unterschiedlich gewichtet sein (KC S. 10). Systematisch: Werte der VDI 3780 wie Funktionsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Gesundheit, Umweltqualität.
- Ständer
- Holz, Kunststoff oder 3D-Druck?
- Kurz
- Fertigkeiten und Kenntnisse werden angeleitet und schrittweise aufgebaut, die Lehrkraft gibt die Schritte vor.
- Kriterien
- Qualitätsmerkmale der Übungsstücke und Sicherheitsregeln.
- Ständer
- Sägelehrgang oder Einweisung an der Ständerbohrmaschine vor Stunde 4
- Kurz
- Ein größeres Vorhaben, das die Klasse weitgehend selbst plant, durchführt und auswertet.
- Kriterien
- ergeben sich aus dem Projektziel und werden von der Klasse mitbestimmt.
- Ständer
- Tablet-Halterungen für den eigenen Klassenraum entwickeln
Zone B · Feld 9 vertieft · Kriterien
Woran erkennt man eine gute Lösung?
✋ Ausprobieren · im Seminarraum15 Minuten
- Material
- je Gruppe ein Blatt A4 und ein Smartphone
- Rollen
- Dreiergruppen; eine Person moderiert die Auswertung
- Vermutet: Werdet ihr euch schnell einigen, welcher Ständer der beste ist?
- Baut in 6 Minuten aus dem Blatt einen Ständer, nur falten und reißen. Weitere Vorgaben gibt es nicht.
- Stellt alle Ständer auf einen Tisch. Kürt den besten und begründet.
- Die Moderation notiert jede Begründung.
Auswertung: Warum war die Einigung so schwer?
Jede Gruppe hat nach eigenen, unausgesprochenen Kriterien gebaut und geurteilt: Standsicherheit, Winkel, wenig Papier, Aussehen. Ohne vereinbarte Kriterien ist jedes Urteil Geschmackssache.
Darum werden bei der Konstruktionsaufgabe die Kriterien zu Beginn gemeinsam aufgestellt und das Ergebnis daran bewertet (KC Technik 2012).
Problem→Kriterien vereinbaren→Lösungen entwickeln→an Kriterien testen→begründet bewerten
Prüfbar formulieren: nicht „steht sicher“, sondern „kippt nicht, wenn man oben mit einem Finger antippt“.
Zone B · Feld 9 vertieft · Anforderungsliste nach Pahl/Beitz
Muss, mindestens, wünschenswert
Festforderung: muss erfüllt sein, sonst scheidet die Lösung aus – „kippt nicht, wenn man oben antippt“
Mindestforderung: wenigstens so viel, mehr ist besser – „nimmt Geräte bis mindestens 12 mm Dicke auf“
Wunsch: schön, wenn es ohne großen Aufwand klappt – „Ladekabel lässt sich durchführen“
✎ Zettel und Stift · jede und jeder für sich6 Minuten · ohne Taschenrechner
Drei Ständer wurden mit 1 bis 4 Punkten bewertet. Berechnet für jeden die gewichtete Punktzahl. Welcher Ständer gewinnt?
| Standsicherheit 50 % | Ablesewinkel 30 % | Material 20 % | Antipp-Test | |
|---|---|---|---|---|
| A | 4 | 2 | 1 | steht |
| B | 3 | 3 | 3 | steht |
| C | 2 | 4 | 4 | kippt |
Für Schnelle: Ab welchem Anteil der Standsicherheit gewinnt A gegen B, wenn sich Winkel und Material den Rest gleich teilen?
A: 0,5·4 + 0,3·2 + 0,2·1 = 2,0 + 0,6 + 0,2 = 2,8
B: 0,5·3 + 0,3·3 + 0,2·3 = 1,5 + 0,9 + 0,6 = 3,0
C: 0,5·2 + 0,3·4 + 0,2·4 = 1,0 + 1,2 + 0,8 = 3,0
B gewinnt. C hat auch 3,0, verletzt aber die Festforderung „kippt nicht“: Festforderungen sortieren aus, Gewichte vergleichen den Rest.
Für Schnelle: Winkel und Material je (1 − w)/2. A = 1,5 + 2,5·w, B = 3. A gewinnt ab w > 0,6, also bei mehr als 60 %. Gewichten ist eine begründete Entscheidung (KC Technik 2012, S. 10).
Zone B · Feld 10 · Arbeitsmaterial und Werkstatt
Gestufte Hilfen, sichere Werkstatt
Auftrag: Öffnet die Hilfen nacheinander. Ab welcher Hilfe ist die Aufgabe kein Denken mehr, sondern Abarbeiten?
Aufgabe: Dein Ständer kippt beim Tippen nach hinten. Ändere ihn so, dass er stehen bleibt.
Wo liegt ungefähr der gemeinsame Schwerpunkt von Ständer und Smartphone?
Zeichne das Lot vom Schwerpunkt nach unten. Wie weit ist es von der hinteren Kante entfernt?
Je näher das Lot an der hinteren Kante liegt, desto leichter kippt er. Verlängere die Standfläche nach hinten oder stelle die Lehne steiler.
Wortspeicher: Schwerpunkt · Lot · Standfläche · Kippkante
Werkstatt und Sicherheit – was ist für eure Stunde geklärt?
Rahmen: die in Niedersachsen geltenden Sicherheitsvorgaben; Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU) der KMK. Stand der Angabe: Oktober 2026.
Zone C · Feld 11 · Thema und didaktisches Zentrum
Thema als Frage, Ziel in einem Satz
Auftrag: Welche Formulierung trägt als didaktisches Zentrum für Stunde 1? Erst entscheiden, dann auflösen.
Die zweite trägt: Das Thema ist eine echte Frage, das Testen führt zur Erkenntnis, und die Erkenntnis ist fachlich prüfbar. Die erste beschreibt eine Tätigkeit, die dritte endet mit einer Stimmung statt einer Erkenntnis.
Satzrahmen der Lernlandkarte
Die SuS erweitern ihre Kompetenz …,
indem sie …,
und so erkennen, dass …
Kriterien für das Zentrum:
- Ist das Thema eine echte Frage?
- Passt das Handeln zum Kompetenzbereich?
- Ist die Erkenntnis fachlich richtig und am Ende überprüfbar?
Zone C · Feld 12 · Unterrichtsentwurf
Was man sieht – und was im Kopf passiert
Problematisierung
Plenum, Demonstration: ein Ständer kippt
Widerspruch erleben, Vermutungen bilden
Erarbeitung
Gruppenarbeit an Pappmodellen
Eine Größe ändern, Ergebnis begründen: kognitive Aktivierung
Präsentation
Gruppen zeigen ihre Skizzen
Erklärungen vergleichen: Welche passt zu allen Messungen?
Reflexion
Unterrichtsgespräch
Eigene Vermutung mit dem Ergebnis abgleichen
Sicherung
Merksatz und Skizze ins Heft
Prinzip in eigenen Worten, Transfer auf Kran und Leiter
Aufräumen
Modelle und Werkzeug zurück
Zeit eingeplant, Zuständigkeiten klar: Klassenführung
Drei Basisdimensionen der Tiefenstruktur
Kunter/Trautwein 2013, Psychologie des Unterrichts
Der Entwurf enthält
Ziele · Verlauf · Material · Begründungen · Musterlösungen · Sicherheitshinweise
Zone C · Feld 13 · Museumsrundgang
Trägt der Entwurf?
Auftrag: Bewertet einen Entwurf aus dem Rundgang. Tippt pro Zeile eine Stufe an – daraus entsteht das Feedback.
| angelegt | tragfähig | überzeugend | |
|---|---|---|---|
| Didaktisches Zentrum | |||
| Verfahren und Kriterien | |||
| Material und Hilfen | |||
| Werkstatt und Sicherheit |
+ Das trägt schon
- noch nichts ausgewählt
→ Nächster Schritt
- noch nichts ausgewählt
Ausgestellt wird mit Originalmaterial und dem Werkstück aus dem Probebau.
Zum Weiterlesen
Was lese ich wofür?
Auftrag: Wählt einen Bereich. Welcher Titel hilft bei eurem nächsten Feld der Lernlandkarte?
- Klafki, W. (1958): Didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung. Die Deutsche Schule 50.Felder 1, 4, 11: Gegenwarts-, Zukunfts- und exemplarische Bedeutung, Struktur des Inhalts, Zugänglichkeit
- Meyer, H. (2004): Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen Scriptor.Feld 12: zehn Merkmale guten Unterrichts als Prüfraster für den Entwurf
- Kunter, M.; Trautwein, U. (2013): Psychologie des Unterrichts. Paderborn: Schöningh.Feld 12: Sicht- und Tiefenstrukturen, drei Basisdimensionen
- Henseler, K.; Höpken, G. (1996): Methodik des Technikunterrichts. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.Feld 9: technikspezifische Unterrichtsverfahren
- Hüttner, A. (2009): Technik unterrichten. 3. Aufl. Haan-Gruiten: Europa-Lehrmittel.Felder 9, 10: Methoden und Unterrichtsverfahren
- Schmayl, W.; Wilkening, F. (1995): Technikunterricht. 2. Aufl. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. frei als PDF bei der DGTBGrundlagen des Faches, mehrperspektivischer Ansatz
- Sachs, B. (2001): Technikunterricht: Bedingungen und Perspektiven. tu – Zeitschrift für Technik im Unterricht 26, Heft 100, S. 5–12.Feld 6: vier Zielperspektiven des mehrperspektivischen Technikunterrichts
- Schmayl, W. (2013): Didaktik allgemeinbildenden Technikunterrichts. 2. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.Grundlagen der Technikdidaktik
- Geißel, B.; Gschwendtner, T. (Hg.) (2018): Wirksamer Technikunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.Feld 12: Unterrichtsqualität im Fach Technik
- Niedersächsisches Kultusministerium (2012): Kerncurriculum für die Oberschule, Technik. Hannover. bei NiBiSFeld 2: Handlungsbereiche, Themenfelder, Kompetenzbereiche; Feld 9: Verfahren
- VDI (2007): Bildungsstandards Technik für den Mittleren Schulabschluss. Düsseldorf: VDI.Feld 2: bundesweiter Bezugsrahmen
- Leisen, J. (2010): Lernprozesse mithilfe von Lernaufgaben strukturieren. Naturwissenschaften im Unterricht Physik 117/118, S. 9–13.Feld 8: Lehr-Lern-Modell in sechs Schritten
- Kerncurriculum Technik (2012), S. 9 f.Kriterien zu Beginn gemeinsam aufstellen, unterschiedlich gewichten
- Feldhusen, J.; Grote, K.-H. (Hg.) (2013): Pahl/Beitz Konstruktionslehre. 8. Aufl. Berlin: Springer Vieweg.Anforderungsliste: Fest- und Mindestforderungen, Wünsche
- VDI 3780 (2000): Technikbewertung – Begriffe und Grundlagen. Düsseldorf: VDI.Technische Bewertung: Werte wie Funktionsfähigkeit, Sicherheit, Umweltqualität
- Ropohl, G. (1997): Knowledge Types in Technology. International Journal of Technology and Design Education 7, S. 65–72.Feld 3: fünf Typen technischen Wissens
- KMK: Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU), Beschluss vom 09.09.1994 in der jeweils geltenden Fassung. bei der KMKFeld 10: Sicherheit, mit ergänzenden Vorgaben für Technik
Abschluss
Check: Was trägt eine Planung?
Auftrag: Entscheidet euch zuerst, dann auflösen.
Wann werden die Kriterien bei einer Konstruktionsaufgabe festgelegt?
So steht es im KC Technik 2012. Eine Bauzeichnung gehört zur Herstellungsaufgabe, nicht zur Konstruktionsaufgabe.
Woran erkennt man, dass eine Stunde in der Tiefenstruktur trägt?
Beschäftigung und Methodenwechsel sind Sichtstruktur. Getragen wird eine Stunde von kognitiver Aktivierung: eine echte Frage, die die Klasse selbst klären muss.