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Klicktafel · Informatik · Klasse 7–10

Hashwerte und Passwörter

Gute Webseiten speichern euer Passwort gar nicht, sondern nur einen Fingerabdruck davon: den Hashwert. Ihr rechnet selbst einen Hash, loggt euch ein, spielt Angreifer bei einem Datenleck und findet heraus, was ein Passwort wirklich stark macht.

Einstieg

Ein Fingerabdruck für jede Sekunde

Die Uhrzeit, jede Sekunde neu:

00:00:00

Uhrzeit→Hash-Maschine SHA-256→Hashwert

– von 256 Bits sind anders als eine Sekunde vorher. Markiert: geänderte Zeichen.

Eine gut gebaute Webseite: Wie speichert sie euer Passwort?

Station 1 · Spielzeug-Hash

Ein Hash zum Selberrechnen

Auftrag: Rechnet den Hashwert von OTTO zuerst im Kopf, dann tippt ihn ein. Sucht danach ein zweites Wort mit demselben Hashwert wie PALME.

Die Regel

Jeder Buchstabe bekommt seine Nummer im Alphabet: A = 1, B = 2 … Z = 26. Alle Nummern addieren. Hashwert = die letzten zwei Ziffern der Summe.

Ä, Ö, Ü und ß zählen als AE, OE, UE und SS. Andere Zeichen zählen nicht.

Hashwert:47

Rückwärts: Der Hashwert ist 47. Welches Wort war es?

Station 2 · SHA-256

Die echte Hash-Maschine

Auftrag: Vermutet zuerst: Wie viele der 256 Bits ändern sich, wenn ihr nur einen Buchstaben groß schreibt? Dann tippt und vergleicht.

– von 256 Bits sind verschieden. Markiert: Zeichen, die anders sind.

Jedes der 64 Zeichen (0–9, a–f) steht für 4 Bit. Tippt keine echten Passwörter ein: Die Seite schickt nichts weg, aber andere lesen mit.

Was habt ihr herausgefunden?

Station 3 · Einloggen

Einloggen ohne Passwort-Liste

Auftrag: Meldet euch als moewe23 an, erst mit einem falschen, dann mit dem richtigen Passwort. Erklärt: Woher weiß der Server, dass es stimmt?

Anmelden als moewe23

Zettel von moewe23: Ebbe&Flut

Das speichert der Server

NameHashwert des Passworts (Anfang)

In der Datenbank steht kein einziges Passwort. Beim Einloggen braucht der Server nur den Vergleich: gleicher Hashwert = richtiges Passwort.

Station 4 · Datenleck

Die Liste ist geklaut

Auftrag: Fällt euch in der Liste etwas auf? Vermutet dann: Welche Konten knackt der Angreifer mit seinem Wörterbuch?

Geklaute Liste

NameHashwert (Anfang)Status

Wörterbuch des Angreifers

Häufige Passwörter. Die ersten neun sind die meist geleakten Passwörter in Deutschland 2025 (HPI).

Station 5 · Salz

Eine Prise Salz

Auftrag: Schaltet das Salz ein und startet den Angriff. Entscheidet dann: Hilft Salz dem Konto mit 123456?

Salz+Passwort→Hashwert
NameSalzHashwert (Anfang)Status
Berechnete Hashwerte: 0

Salz sind zufällige Zeichen, die der Server für jedes Konto neu würfelt und offen neben den Hashwert schreibt. Gehasht wird Salz + Passwort.

Hilft Salz dem Konto deichgraf mit dem Passwort 123456?

Station 6 · Raten mit Rechenkraft

Wie lange dauert Ausprobieren?

Auftrag: Vermutet zuerst, welches Passwort länger hält. Stellt dann beide ein und vergleicht die Zeiten.

8Zeichen

Möglichkeiten:

Alles durchprobieren dauert höchstens:

Beide Passwörter sind zufällig gewählt. Welches hält beim Ausprobieren länger?

Abschluss

Check 1

Auftrag: Entscheidet euch zu zweit, dann auflösen. Begründet mit einer Station.

In einer Liste ohne Salz haben zwei Konten denselben Hashwert. Was folgt daraus?

Ein Angreifer hat einen Hashwert aus SHA-256. Was kann er daraus direkt ablesen?

Abschluss

Check 2

Auftrag: Entscheidet euch, dann auflösen. Schreibt zum Schluss die drei Merksätze ab.

Was hält beim Ausprobieren länger: 10 zufällige Zeichen aus a–z, A–Z und Ziffern oder 16 zufällige Kleinbuchstaben?

Warum nehmen Server für Passwörter absichtlich einen langsamen Hash?

Merksätze: 1. Ein Hashwert ist ein Fingerabdruck: gleiche Eingabe, gleicher Wert, kein Weg zurück.  2. Gute Server speichern nur Salz und Hashwert, nie das Passwort.  3. Ein Passwort ist stark, wenn es lang und zufällig ist und in keinem Wörterbuch steht.

Hinweise für Lehrkräfte

Jahrgang und Zeit

Klasse 7–10, Informatik. 45 Minuten: Einstieg, Stationen 1–4, Check 1. 90 Minuten: alle Stationen, eigene Kollisionen beim Spielzeug-Hash suchen lassen, in Station 6 eigene Vergleiche rechnen, Check 1 und 2.

Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler beschreiben einen Hashwert als Fingerabdruck fester Länge ohne Rückweg.
  • Sie erklären, wie ein Server Passwörter prüft, ohne sie zu speichern.
  • Sie begründen, warum schwache Passwörter trotz Hash in Sekunden fallen und was Salz und langsame Hashes bewirken.
  • Sie vergleichen Passwörter über die Zahl der Möglichkeiten (Potenzen).

Typische Fehlvorstellungen

  • „Hashen ist Verschlüsseln.“ Richtig ist: Verschlüsseltes lässt sich mit dem Schlüssel zurückholen, ein Hashwert nicht.
  • „Jede Eingabe hat ihren eigenen Hashwert.“ Richtig ist: Kollisionen muss es geben (unendlich viele Eingaben, endlich viele Hashwerte). Bei SHA-256 ist nur keine bekannt.
  • „Mit Hash ist jedes Passwort sicher.“ Richtig ist: Angreifer raten und vergleichen; schwache Passwörter fallen sofort.
  • „Das Salz ist geheim.“ Richtig ist: Es steht offen in der Datenbank. Es wirkt, weil es für jedes Konto anders ist.
  • „Sonderzeichen machen ein Passwort sicher.“ Richtig ist: Länge und Zufall zählen mehr; Muster wie Pa$$w0rt stehen in Wörterbüchern.

Fachlich vereinfacht

  • SHA-256 dient hier zur Anschauung. Für Passwörter empfiehlt OWASP langsame Verfahren mit eingebautem Salz: Argon2id, scrypt, bcrypt (Kostenfaktor mindestens 10) oder PBKDF2.
  • Die Versuche pro Sekunde in Station 6 gelten für eine Grafikkarte (RTX 4090, hashcat); Angreifer mit vielen Karten sind schneller. Die Zeiten gelten nur für zufällig gewählte Zeichen.
  • Beim Einloggen wird das Passwort verschlüsselt (HTTPS) zum Server geschickt und dort gehasht. Passkeys und Zwei-Faktor-Anmeldung kommen nicht vor.

Datenschutz

Die Seite rechnet alles im Browser, schickt nichts weg und speichert nichts. Trotzdem: Die Klasse soll keine echten Passwörter eintippen (steht auf Station 2). Die Konten sind erfunden.

An der Tafel

Adresse mit #tafel startet den Tafelmodus, #tafel-3 die dritte Tafel. → / Bild↓ weiter, ← / Bild↑ zurück, Esc beendet.