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Klicktafel · Wirtschaft · Klasse 9–10

Früher war alles billiger?

Fast alles kostet heute mehr Euro als 1975. Aber wie lange muss man dafür arbeiten? Wir rechnen Preise in Arbeitszeit um und suchen die Gründe, warum manches billiger und manches teurer wurde.

Einstieg

Seit diese Seite offen ist, hat man verdient …

Netto, mit dem durchschnittlichen Stundenlohn des Jahres (umgerechnet in Euro)

19750,00 € 4,80 € pro Stunde · 0,13 Cent pro Sekunde 20250,00 € 25,53 € pro Stunde · 0,71 Cent pro Sekunde

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Zehn Eier kosteten 1975 umgerechnet 1,14 €. 2025 kosten sie 3,09 €. Wann musste man länger für die Eier arbeiten?

Station 1 · Rechnen

Ein Preis in Minuten

Auftrag: Rechnet die verdeckten Felder zuerst selbst aus (Taschenrechner erlaubt). Dann deckt Zeile für Zeile auf.

Zehn Eier19752025Faktor
Preis1,14 €3,09 €× 2,7
Nettolohn pro Stunde4,80 €25,53 €× 5,3
Arbeitszeit14 min7 min× 0,5

1975 bezahlte man in D-Mark: 2,22 DM. Umgerechnet mit dem festen Kurs 1 € = 1,95583 DM sind das 1,14 €.

Arbeitszeit = Preis ÷ Nettolohn pro Stunde

Beispiel 1975: 1,14 € ÷ 4,80 € = 0,2375 Stunden = 14,25 Minuten

Nettolohnwas nach Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt Kaufkraftwas man sich für seinen Lohn kaufen kann

„The cost of a thing is the amount of what I will call life which is required to be exchanged for it.“
Henry David Thoreau, Walden (1854): Was etwas kostet, misst man in Lebenszeit.

Station 2 · Ausprobieren

Wie lange für euren Wunsch?

Auftrag: Nennt etwas, das ihr kaufen wollt, und seinen Preis. Schätzt die Arbeitszeit, dann rechnet. Schiebt danach den Lohn nach unten: Was ändert sich?

€

So lange muss man dafür arbeiten:

7 min

 

01 Arbeitstag (8 Std.)

Mit weniger Lohn als im Durchschnitt (z. B. in der Ausbildung oder im Minijob) dauert es länger. Durchschnittswerte gelten nicht für alle.

Station 3 · Schätzen

Mehr oder weniger Arbeitszeit als 1975?

Auftrag: Tippt jede Karte an: ▼ weniger oder ▲ mehr Arbeitszeit als 1975? Begründet einen Tipp. Dann auflösen.

Station 4 · Vergleichen

Wo sank die Arbeitszeit am stärksten?

Auftrag: Bringt die sieben Gruppen in eine Reihenfolge: Wo sank die Arbeitszeit seit 1975 am stärksten, wo gar nicht? Dann die Balken zeigen.

Beispiele aus den Daten: Elektro Fernseher · Lebensmittel Eier, Möhren · Energie Diesel · Zuhause Miete · Dienste Friseur, Zeitungsabo.

Station 5 · Begründen

Warum wurde es billiger oder teurer?

Auftrag: Tippt links ein Beispiel an, dann rechts den passenden Grund. Jeder Grund passt genau einmal.

Station 6 · Widerspruch

Billiger, aber ein größerer Anteil?

Auftrag: Für die Miete arbeitet man heute gut ein Drittel kürzer als 1975. Trotzdem geht heute ein größerer Teil des Geldes fürs Wohnen drauf. Sammelt Erklärungen.

Anteile an den Konsumausgaben der Haushalte in Prozent

1973 (nur Westdeutschland)2023

Durch Runden ergeben die Zahlen von 2023 zusammen 101 %.

Station 7 · Kritisch prüfen

Was die Zahlen zeigen und was nicht

Auftrag: Stimmt das? Entscheidet zu zweit, dann auflösen.

Auch im Vergleich mit 2019 muss man heute für fast alle Produkte kürzer arbeiten.

Wer weniger als den Durchschnitt verdient, muss länger arbeiten, als es hier steht.

Bei der Waschmaschine rechnet die Statistik heraus, dass heutige Geräte besser sind, z. B. eine größere Trommel haben.

Die Zahlen zeigen, ob es heute gerechter zugeht als 1975.

Abschluss

Check

Auftrag: Entscheidet euch bei jeder Frage zuerst allein, dann auflösen.

Ein Produkt kostete 1975 genau 4,80 € und kostet 2025 genau 25,53 €. Wann musste man länger dafür arbeiten?

Was zeigt die „Arbeitszeit“ für ein Produkt?

Warum muss man für den Friseur heute länger arbeiten als 1975?

Hinweise für Lehrkräfte

Jahrgang und Zeit

Klasse 9–10, Fach Wirtschaft (passt auch zu Politik-Wirtschaft).
45 Minuten: Einstieg, Station 1, 3, 4, Check.
90 Minuten: alle Stationen; Station 2 mit eigenen Wünschen der Klasse, Station 6 als Gruppendiskussion.

Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler rechnen Preise mit dem Nettostundenlohn in Arbeitszeit um.
  • Sie unterscheiden Preise in Euro (nominal) von der Kaufkraft (real).
  • Sie erklären unterschiedliche Entwicklungen mit Produktivität, Knappheit, Steuern und Weltmarktpreisen.
  • Sie benennen Grenzen der Daten: Durchschnittslohn, Vergleichsjahr, Qualität, Verteilung.

Typische Fehlvorstellungen

  • „Mehr Euro heißt schwerer bezahlbar.“ Richtig ist: Entscheidend ist der Preis im Verhältnis zum Lohn.
  • „Arbeitszeit ist die Zeit für die Herstellung.“ Richtig ist: die Zeit, die man arbeiten muss, um den Preis zu verdienen.
  • „Der Durchschnitt gilt für mich.“ Richtig ist: Mit weniger Lohn dauert alles länger.
  • „Wenn Waren billiger werden, geht es allen besser.“ Richtig ist: Die Daten zeigen keinen Vergleich zwischen Gruppen.

Zu den Daten

Alle Werte zu Produkten, Warengruppen und Löhnen stammen aus der Datenrecherche der ZEIT (15.10.2026). Sie hat 136 Produkte aus historischen Preisheften des Statistischen Bundesamts ausgewertet; ab 1991 sind die Preise mit dem Verbraucherpreisindex fortgeschrieben, also rechnerische Werte. Löhne: durchschnittlicher Nettolohn je Arbeitsstunde nach Destatis und IAB. 1975 sind es Daten der damaligen Bundesrepublik (Westdeutschland). Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke.

Fachbegriffe

Nominal und real, Kaufkraft, Nettolohn, Verbraucherpreisindex, Produktivität. Für Stärkere: Dass Dienstleistungen ohne Produktivitätsfortschritt relativ teurer werden, heißt in der Volkswirtschaftslehre „Baumolsche Kostenkrankheit“.

An der Tafel

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