Einstieg
Zwei im Praktikum
Hafenbetrieb, drei Wochen Schülerpraktikum. A und B machen ihre Aufgaben gut. A hat die besseren Noten. Was danach passiert:
orange = investierte Zeitviolett = Zufall
Der Betrieb braucht schnell Ersatz. Wen ruft die Ausbilderin zuerst an?
Meistens B. Dass die Stelle frei wird, ist Zufall. Das konnte niemand planen.
Aber B ist vorbereitet: Der Betrieb kennt B, weiß, dass B neugierig ist, und hat die Nummer. A war nicht schlechter – nur unsichtbar.
War das nun Glück oder Leistung?
Station 1 · Zufall oder investiert?
Drei Wege in einen Beruf
Auftrag: Tippt jeden Satz an. Hat die Person Zeit investiert – oder war es Zufall? Dann auflösen.
Rettungsdienst
Nach der Schule: Freiwilligendienst auf einer Rettungswache
Die Wache fragt ihn zuerst.
Hafen
Eine Schülerin aus Klasse 8
Sie bekommt einen der ersten Plätze.
Schule und Uni
Eine Lehrerin, die gern mit Studierenden arbeiten würde
Sie bekommt die neue Aufgabe.
Station 2 · Fünf Haltungen
Kann man Zufall planen?
Auftrag: Lest den Satz. Welche Haltung steckt darin? Erst gemeinsam entscheiden, dann tippen.
Kathleen Mitchell, Al Levin und John Krumboltz, Fachleute für Berufsberatung aus den USA, nennen das „geplanten Zufall“ (1999): Zufälle erlebt jeder. Ob daraus eine Chance wird, hängt auch von fünf Haltungen ab.
Satz 1 von 5
Station 3 · Simulation
Ein Jahr voller Zufälle
Auftrag: Verteilt eure freien Stunden pro Woche. Spielt ein Jahr ab. Dann: gleiches Jahr, andere Verteilung – was ändert sich?
Station 4 · Was man investiert
Die Währung heißt Zeit
Auftrag: Erst schätzen, dann auflösen. Danach: Wie viele Stunden pro Woche könntet ihr investieren?
Zwei Stunden pro Woche – wie viele Stunden sind das in einem Jahr (52 Wochen)?
2 × 52 = 104 Stunden. Etwa so viel wie drei Wochen Praktikum mit je 35 Stunden (105 Stunden).
Geld braucht man dafür meist wenig: mal eine Fahrkarte, mal ein Buch. Und das Wichtigste: Ob sich die Zeit lohnt, weiß man vorher nicht. Darum heißt es investieren.
Wie viel kommt zusammen?
Ein Kästchen = 10 Stunden im Jahr.
Station 5 · Wer erzählt dir davon?
Die Stärke der losen Kontakte
Auftrag: Vermutet zuerst. Danach schreibt jede und jeder drei Menschen auf, die ihr ab und zu trefft.
Erwachsene, die ihre Stelle über einen Kontakt gefunden haben: Wie gut kannten sie diesen Menschen meistens?
Meistens Bekannte. So oft hatten 54 Befragte ihren Kontakt vorher gesehen (Mark Granovetter, USA, um 1970):
Eure engen Freunde kennen dieselben Leute und wissen dasselbe wie ihr. Bekannte bewegen sich in anderen Kreisen – von dort kommen neue Nachrichten.
Eine Studie mit rund 20 Millionen LinkedIn-Nutzern (2022) kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Beim Jobwechsel halfen mäßig lose Kontakte am meisten – nicht die engsten, aber auch nicht die allerlosesten.
Station 6 · Die Grenze
Investieren – oder ausgenutzt werden?
Auftrag: Tippt jede Karte an: „lohnt sich“ oder „Vorsicht“? Begründet eure Wahl, dann auflösen.
Investieren: Du entscheidest selbst über deine Zeit – und lernst etwas dabei.
Ausgenutzt: Andere entscheiden über deine Zeit – und es bringt dir nichts.
Station 7 · Ausprobieren
Deine erste Investition
Auftrag: Wählt eine Idee für die nächsten vier Wochen. Und führt ein Interview mit einer erwachsenen Person.
Interview: Fragt eine erwachsene Person aus eurem Umfeld
- Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?
- Was war dabei Zufall?
- Was hattest du vorher investiert – ohne zu wissen, ob es sich lohnt?
- Was würdest du mir raten?
Schreibt die Antworten auf und markiert: orange = investiert, violett = Zufall.
Abschluss
Check: Stimmt das?
Auftrag: Entscheidet euch zuerst, dann auflösen.
Wer eine gute Stelle bekommt, hatte einfach Glück.
Zufall spielt mit. Aber nutzen kann ihn nur, wer schon vorbereitet ist.
Investieren heißt oft: Zeit geben, ohne zu wissen, ob es sich lohnt.
Genau das ist das Risiko. Manches bringt nichts – und das gehört dazu.
Lose Bekannte wissen oft von Dingen, die deine engsten Freunde auch nicht wissen.
Sie bewegen sich in anderen Kreisen und bringen neue Nachrichten.
Wenn dich ein Praktikumsbetrieb jeden Tag länger dabehält, ist das eine gute Investition.
Da entscheiden andere über deine Zeit. Sprich mit deiner Lehrkraft.